Allgemeine, organsatorische Fragen zu GOR 2005
Jan Schmidt: Sorry, dass ich hier so reingehe, aber ich bin gerade von unserem SocialSoftwareWiki auf dieses Wiki gekommen und war freudig erstaunt, dass ein Weblog-Panel für die GOR geplant ist…
Feel free to move/delete this text….
Ich habe ein Weblog-Thema als regulären Vortrag eingereicht; das abstract findet sich hier. Nachdem auf der diesjährigen GOR kein einziger Vortrag zum Thema stattfand, dürfte das in Zürich wohl etwas anders sein - wunderbar!
Was wird die Konferenzsprache sein? Deutsch oder englisch?
beides. wir müssen überlegen, ob wir in Engl. präsentieren
Wie lange wird die individuelle Präsentation dauern?
20 Min. bei 4 Panelteiln.
Welche Präsentationsmittel stehen zur Verfügung? Beamer, Internet-Anschluss …
alles da.
Wir sollten aus meiner Sicht einen konkreten Ertrag unseres Panels haben, sprich eine Publikation, Fachaufsatz, schon im Vorfeld gefertigt oder kleine Kompilation evt. auch als PDF (in der sparsamsten Version
,) Martin
Zusammenfassung
GOR05 - Zürich
Panel Weblogs
“Weblogs are the place for daily stories, impassioned reactions, mundane details, and miscellanea. They are as varied as their maintainers, and they are creating a generation of involved, impassioned citizens, and articulate, observant human beings.” So der optimistische Abriss von Rebecca Blood (USA, San Francisco), einer Protagonistin der Weblog-Bewegung vom Februar 2002. Ob demokratie-förderndes Sprachrohr oder obskures Instrument dubioser Propaganda-Interessen: Weblogs sind ein wachsender Teil des Internet, der – auch im deutschen Sprachraum – auf mehr und mehr soziale, politische und wirtschaftliche Prozesse ausstrahlt. Das Panel lotet die Bedeutung von Weblogs für die Gesellschaft aus:
• Nicola Döring gibt einen Überblick über das Phänomen der Mobilen Weblogs (kurz: Moblogs) und nimmt eine kommunikationswissenschaftliche und medienpsychologische Bewertung des Phänomens vor.
• Martin Welker beleuchtet das Verhältnis zwischen Weblogs und Journalismus: Die Frage: was fangen deutsche Journalisten mit Blogs an? soll anhand einer Reihe empirischer Befunde beantwortet werden.
• Thomas N. Burg untersucht diskursive Reaktionen angesichts neuer Technologien am Beispiel des Blogging-Phänomens.
• N.N. zeigt die Möglichkeiten von Blogs als PR-Instrument auf und wie diese Funktion andere, als emanzipatorisch charakterisierte Funktionen, möglicherweise unterläuft.
Nachfolgend die Vorträge in der Kurzbeschreibung:
Abstracts
Nicola Döring
Mobile Weblogs
Der Vortrag gibt im ersten Teil einen beschreibenden Überblick über das
Phänomen der Mobilen Weblogs (kurz: Moblogs) als einer Spezialform von
Weblogs. Im Unterschied zu herkömmlichen Blogs werden die Beiträge
mobiler Blogs nicht nur von stationären Rechnern aus publiziert, sondern
auch oder ausschließlich von mobilen Endgeräten (vor allem Fotohandys,
aber auch PDAs und Notebooks). Wer publiziert Moblogs? Mit welcher
Technologie? Wovon handeln sie? Welche Rolle spielt die Mobilität? In
welchem Verhältnis stehen Texte, Bilder und Links? Von wem werden
Moblogs gelesen? Welche Besonderheiten weist der Rezeptionsprozess auf?
In der breiten Öffentlichkeit sowie unter den Mobloggern selbst werden
Mobile Weblogs unter anderem im Zusammenhang mit Exhibitionismus und
Voyeurismus kritisiert (z.B. Moblogs mit Nacktbildern), teilweise als
inhalts- und sinnlos charakterisiert (z.B. Moblogs mit banalen
Alltagsmotiven), andererseits werden sich auch als Varianten der
Fotokunst exploriert (z.B. Serialitäts-Prinzip im Moblog ) oder auch als
neue Form des Laien-Fotojournalismus gewürdigt (z.B. Moblogs über
Wahlkampfveranstaltungen). Im zweiten Teil des Vortrags geht es um eine
kommunikationswissenschaftliche und medienpsychologische Bewertung des
Phänomens hinsichtlich seiner individuellen und kollektiven Bedeutungen
und seinen Wechselwirkungen mit anderen Darstellungs-, Archivierungs-
und Publikationsformen (z.B. Online-Fotoalben).
Der Vortrag basiert auf Inhaltsanalysen von Moblog-Plattformen und
einzelnen Moblogs, einer Online-Befragung von Mobloggern sowie einer
kritischen Zusammenfassung der vorliegenden journalistischen und
wissenschaftlichen Publikationen zum Thema.
Thomas N. Burg
Weblogs (Social Software) und der Emanzipations-Diskurs angesichts innovativer Technologien
Ausgehend von einer quasi anthropologischen Konstante, nämlich der Reaktionen der westlichen Gesellschaft angesichts neuer, innovativer Technologien wird der Versuch unternommen den Diskurs der Emanzipation zu fixieren. Emanzipation ist im Sinne des og. der euphorische Diskurs oder embracing the monster” - wie es M. Smijts nennt.
Emanzipation wird in diesem Kontext verstanden als die Herausbildung der Virtual Class’‘, die die gesellschafltiche Verfasstheit neu definiert. Dieses Paper wird kritisch den (technologischen) Diksurs herausarbeiten. Im Folgenden kursorisch die Outline:
- Anwendungsformen, die sich um die Blog-Metapher herauszubilden scheinen auch mit Hinblick auf den Bereich der Social Networks Applications s.a. Webby Awards
- Diskursive Reaktionen angesichts neuer Technologien
- Eigenheiten von Blogdiskursen
- Konzept für eine Erfassung und Analyse der theoretischen und Meta-Texte
Martin Welker
Weblogs und Journalismus:
Zwischen Idealismus und Kalkül: was deutsche Journalisten mit Blogs anfangen.
Blogging ist chic. Auch ausgebildete Journalisten bedienen sich dieses relativ neuen Kommunikationsmittels, mit einer Mischung aus Tagebuch, Linksammlung und Diskussionsforum (vgl. Wegner in: Message 2002). Weblogs werden die alten Medien informieren, prophezeite der Journalist und Szene-Veteran Doc Searls in 2001. Sie werden zunehmend eine Informationsquelle sein, auf die traditionelle Medien sich verlassen. (vgl. Wegner) Schon gibt es zum Nachrichtenereignis meist den passenden Blogger, der seine eigene Version schildert - sei es vom US-Wahlkampf zwischen Bush und Kerry (Spiegel-Online 2004) oder direkt aus dem bombardierten Bagdad (Salam Pax). Für eine Analyse von Blogs als journalistisches Phänomen sind zwei Ebenen wichtig: 1) Funktion und 2) Ausdrucksform des Blogs.
- Funktionen können sein: Zitation und Publikation über Dialog und Vernetzung bis hin zum Werkzeug für Journalisten. Die Spannbreite reicht von Profiblogs wie auf Zeit.de (vgl. Conlin/Park: Blogging With The Boss’s Blessing, Business Week, Juni 2004) mit Gelegenheitsblogs freier Journalisten.
- Bei den Ausdrucksformen erweitert das Bloggen die traditionelle Palette wie Nachricht, Bericht, Kommentar oder Feature. Die Spanne reicht von literarisch geprägten Texten bis hin zu zusammenkopierten Text- und Bild- und Linkbausteinen, die als Rohstoff für spätere Artikel dienen. In aller Regel liegt eine journalistische Mischform vor: Meinungs- und Informationsanteile laufen im Text parallel.
Ob und wie deutsche Journalisten dieses neue Ausdrucks- und Hilfsmittel nutzen, zeigt der Vortrag. Dabei kommen Auswertungen von Befragungsdaten zum Einsatz, die an der Abt. für Allg. und Spezielle Journalistik der Universität Leipzig im Jahr 2004 erhoben wurden: In einer großflächigen Online-Befragung mehrerer Tausend Journalisten in Deutschland zum Thema „Zukunft des Journalismus“ war ein Fragenblock zum Bloggen eingebaut. Darüber hinaus wurden prominente Blogger bekannter Journalisten (bspw. Der Schockwellenreiter) in einer kleinen, qualitativ und explorativ angelegten E-Mail-Studie zu ihren Motiven und Perspektiven befragt. (Beide Studien sind Stand Oktober 2004 noch nicht vollständig ausgewertet.)